Als ich das Liberty-Camp auf Djerba von Daniela entdeckte, habe ich spontan gebucht und es war eine wunderschöne Erfahrung.
Ich habe Reiten in einem konventionellen Reitstall gelernt und war von 7 bis 19 Jahren regelmäßig im Sattel, oft mit Reitbeteiligungen. Danach nur noch im Urlaub. Doch obwohl ich viel gelernt habe, blieb ein Wunsch immer bestehen: eine echte Verbindung zum Pferd. Nicht nur pflegen, putzen, satteln und reiten - sondern ein Miteinander, das auf Vertrauen basiert.
Dieses Jahr war für mich beruflich, privat und gesundheitlich schwer. Dazu kam das Gefühl, die Verbindung zu mir über die letzten Jahre Stück für Stück verloren zu haben. Als ich dann auf das Liberty Camp im Internet gestoßen bin, hatte ich das klare Gefühl: Diese Erfahrung möchte ich machen.
Daniela ist ein außergewöhnlich guter Coach. Sie beobachtet präzise, erkennt Muster schnell und gibt ehrliches, hilfreiches Feedback. Mit ihr lernt man nicht nur die Pferde klarer zu lesen - sondern sich selbst. Die Woche war intensiv, fordernd und tief berührend. Die Pferde haben mir gespiegelt, was in mir passiert - direkter, als Worte es könnten. Meine Unsicherheit, meine Anspannung, mein Zögern. Aber auch: meine Klarheit, meine Kraft, meine Fähigkeit, präsent zu sein.
Ich habe verstanden: Ein Pferd folgt nicht, weil man es zwingt, sondern weil man Vertrauen ausstrahlt. Und dieses Vertrauen ist ein Privileg. Nassim, der Hengst, mit dem ich gearbeitet habe, war ein großartiger Lehrmeister. Er hat mich herausgefordert - nicht hart, aber deutlich. Pferde nehmen jede Nuance wahr. Sie reagieren nicht auf Kontrolle, sondern auf innere Haltung.
Zu Beginn der Woche hat es an mir genagt, zuzusehen, wie gut es anderen teilweise gelang und mir nicht. Das hat Druck erzeugt und mich blockiert. Erst als ich aufhörte, mich zu vergleichen, kam ich mehr bei mir an. Und erst dann kamen die Fortschritte. Klein vielleicht, aber echt. Und genau diese kleinen Erfolge haben mich glücklich gemacht.
Ein weiterer wichtiger Teil war der Ort selbst. Martine, die Stallbesitzerin, hat ein kleines Paradies geschaffen — liebevoll, frei, achtsam. Man fühlt sich dort nicht wie ein Urlaubsgast, sondern wie jemand, der wie ein Freund willkommen ist. Ihre Hengste leben dort sichtbar in Ruhe, Würde und Verbundenheit. Und dann die Ausritte: Salzige Luft. Wind. Meer. Endlose Strände. Flamingos in der Ferne. Freiheit - spürbar und weit.
Ich bin nach Hause gefahren, nicht als ein völlig neuer Mensch - sondern als jemand, der ein Stück von sich selbst zurückgewonnen hat.
Es waren kleine Schritte. Aber echte.
Wertvoll. Bewegend. Hoffnungsvoll.
Ich wünsche mir, dass ich das, was dort in Bewegung gekommen ist, weiterführen kann.
Dass ich es nicht verliere.
Weil es gut tut.
Weil es wichtig ist.
Weil es mich wieder mit etwas verbindet - mit dem Pferd, und mit mir.
Stefanie
